Joe Bausch war zu Gast – und traf auf ein restlos ausverkauftes Haus. Von den ersten Minuten an hatte er sein Publikum.
Dabei brauchte es nicht viel: ein Mikrofon, einen Mann mit reichlich Geschichten und ein Publikum, das ihm gespannt zuhörte. Joe Bausch erzählte aus seinem Berufsleben als Arzt in einer Justizvollzugsanstalt und nahm die Gäste mit in eine Welt, die den meisten nur aus Büchern, Filmen oder dem Fernsehen bekannt ist.

Es ging um Straftäter und ihre Geschichten, um auffälliges Verhalten, menschliche Abgründe und die Frage, was eigentlich in Menschen vorgeht, die schwere Verbrechen begehen. Bausch berichtete von Begegnungen aus seinem beruflichen Alltag und gab Einblicke in die Psyche von Menschen hinter Gefängnismauern. Dabei gelang ihm etwas, das den Abend besonders machte: Trotz der teilweise ernsten und bedrückenden Themen wurde viel gelacht.
Denn Joe Bausch erzählte nicht aus sicherer Distanz. Er war direkt, trocken, manchmal herrlich bissig und vor allem erstaunlich nahbar. Immer wieder würzte er seine Geschichten mit einer kräftigen Portion Humor. Das Publikum hing an seinen Lippen – und fand sich im nächsten Moment gemeinsam lachend wieder.
Gerade diese Mischung funktionierte. Bausch machte aus seinem Auftritt keinen Vortrag und hielt keine Lehrstunde über Kriminalität. Er erzählte. Mal nachdenklich, mal pointiert, mal mit einem Augenzwinkern. Und immer so, dass man ihm noch eine weitere Geschichte hätte zuhören können.

Das ausverkaufte Sunderns Wohnzimmer bot dafür den passenden Rahmen. Dicht an dicht saßen die Besucherinnen und Besucher, nur wenige Meter trennten die ersten Reihen vom Gast. Keine große Bühne, keine Distanz. Stattdessen entstand genau jene Nähe, die solche Abende besonders macht.
Ein volles Haus, ein bestens aufgelegter Joe Bausch und ein Publikum, das bis zum Schluss gebannt dabei war. Dieser Abend dürfte vielen noch lange in Erinnerung bleiben.

