Internationaler Austausch über Dritte Orte begeistert beide Seiten
Internationale Gäste begrüßte das Team von Sunderns Wohnzimmer am Mittwoch, 9. Juli 2026. Im Rahmen einer Studienreise durch Nordrhein-Westfalen machte eine rund zwölfköpfige Delegation aus der Ukraine Station in Sundern, um sich über die Arbeit und die Entwicklung des erfolgreichen Projekts zu informieren. Zur Reisegruppe gehörten Vertreterinnen und Vertreter des ukrainischen Förderprogramms YeMistechko, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), Projektmacher:innen sowie Dolmetscher:innen.
Empfangen wurden die Gäste von den Verantwortlichen von Sunderns Wohnzimmer. Stellvertretend für das gesamte Team erläuterte Jens Kunen in einer ausführlichen Präsentation die Entstehungsgeschichte des Projekts – von den ersten Ideen und Herausforderungen über die kontinuierliche Entwicklung bis hin zum heutigen Stand als etablierter Dritter Ort in Sundern.
Dabei wurde deutlich, wie sich Sunderns Wohnzimmer in den vergangenen Jahren zu einem offenen Treffpunkt für Menschen aller Generationen entwickelt hat. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Projekten und Begegnungsformaten ist ein Ort entstanden, der Austausch, Gemeinschaft und gesellschaftliches Miteinander fördert.
Der Besuch fand im Rahmen eines internationalen Austauschs statt, der Dritte Orte in Nordrhein-Westfalen und der Ukraine miteinander vernetzen soll. Hintergrund ist das ukrainische Förderprogramm YeMistechko, das – ähnlich wie die NRW-Programmfamilie der Dritten Orte – Einrichtungen unterstützt, die Menschen zusammenbringen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine gewinnen solche Orte eine besondere Bedeutung. Während in Deutschland ein friedlicher Alltag vielerorts selbstverständlich erscheint, erleben Menschen in der Ukraine eine Realität, in der Alltag und Krieg eng nebeneinander bestehen. Dritte Orte können dort wichtige Anker sein – Räume, in denen Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung möglich werden.
Gemeinsam mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) verfolgt das Förderprogramm YeMistechko die Vision eines internationalen Netzwerks von Dritten Orten. Ziel ist es, Projektverantwortliche aus Nordrhein-Westfalen und der Ukraine miteinander zu verbinden, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Die Studienreise im Juli führte die ukrainischen Gäste deshalb zu ausgewählten Projekten der NRW-Programmfamilie – darunter auch nach Sundern.
Während der rund zweistündigen Veranstaltung nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich intensiv über die Arbeit von Sunderns Wohnzimmer zu informieren. Nach der Präsentation entwickelte sich eine lebhafte Fragerunde, in der zahlreiche Aspekte der Projektarbeit, der Finanzierung, der ehrenamtlichen Strukturen sowie der Einbindung der Bürgerinnen und Bürger diskutiert wurden. Der offene Austausch machte deutlich, dass viele Herausforderungen, aber auch zahlreiche Ideen und Lösungsansätze länderübergreifend vergleichbar sind.
Beim anschließenden Rundgang durch die Räumlichkeiten erhielten die Besucherinnen und Besucher einen unmittelbaren Eindruck von der Atmosphäre und den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Dritten Ortes. Besonders das starke ehrenamtliche Engagement sowie die breite Unterstützung innerhalb der Stadtgesellschaft stießen auf großes Interesse.
Am Ende des Besuchs zeigte sich die ukrainische Delegation beeindruckt von der Entwicklung und der gelebten Gemeinschaft in Sunderns Wohnzimmer. Mit vielen neuen Ideen, Anregungen und positiven Eindrücken setzte die Reise ihre Fortsetzung fort – ein weiteres Beispiel dafür, wie internationale Begegnungen Brücken bauen und den Gedanken der Dritten Orte weit über Landesgrenzen hinaus tragen können

