Ein Abend, der das Publikum zum Jodeln brachte und mitten im Sauerland alpines Lebensgefühl aufkommen ließ: Autorin Katharina Afflerbach präsentierte in „Sunderns Wohnzimmer“ ihre Lese-Show „Gipfel, Glück und Gummistiefel“. Was als klassische Lesung angekündigt war, entpuppte sich schnell als mitreißende Mischung aus Erzählung, Bildreise und interaktiver Show – und bewies einmal mehr, dass Literatur auch abseits großer Bühnen begeistern kann.

Bezaubernder Abend jenseits klassischer Lesungen
Statt passivem Zuhören gab es aktive Teilnahme: Afflerbach zog ihr Publikum in den Bann, forderte zum Jodeln und Mitsingen auf und integrierte die Zuschauer in ihre Geschichten rund um Berge, Almen und Ziegen. Zwischen den Erzählpassagen waren immer wieder nachdenkliche und sanfte Töne zu vernehmen – denn das Leben als Sennerin auf einer Alp hat in Wahrheit nicht so viel mit der Traumvorstellung zu tun, die uns die Heidi-Zeichentrickserie weismachen will. Um viertel nach fünf zum Melken antreten, Zaunpfähle den Berg hochschleppen, holzen und heuen, melken und misten – mit diesen Einblicken begleitete die Autorin ihr Publikum in die Schweizer Bergwelt.

Von der Konzernkarriere auf die Alm: Katharina Afflerbachs Weg
Die 1977 im Siegerland geborene Autorin arbeitete zuvor zwölf Jahre in Marketingabteilungen von Kreuzfahrtreedereien und einer Hotelkette. Nach dieser Zeit in der Konzernwelt setzte sie den Schlussstrich, kündigte Job und Wohnung und ging zum ersten Mal als Sennerin auf eine Alm. Der buchstäbliche Tapetenwechsel läutete ihre lang ersehnte innere Weiterentwicklung ein – aus einem Bergsommer wurden letztlich drei, und noch immer fährt „Kathi“, wie sie sich ab 1000 Metern Höhe nennen lässt, jeden Sommer für einige Wochen zu ihrer inzwischen zweiten Familie auf die Alp.
Ihr Buch „Bergsommer“ wurde zum Spiegel-Bestseller und beschreibt diesen Weg vom ausgebrannten Karrieremensch zur erdenden Bergexistenz in 1640 Metern Höhe. Inzwischen hat Afflerbach drei Bücher veröffentlicht, darunter auch „Manchmal sucht sich das Leben harte Wege“, in dem sie ihren persönlichen Umgang mit dem Unfalltod ihres Bruders verarbeitet.

Interaktive Show mit Mundharmonika und Jodlern
Bereits zu Beginn stimmte die Autorin ihr Publikum mit einem Mundharmonikaspiel auf die Bergwelt ein. Zwischen den Geschichten wurde gesungen und gejodelt, dass es bis in die Schweizer Alpen zu hören gewesen wäre. Diese lebendige Verbindung aus Auszügen aus dem Bestseller, persönlichen Erzählungen und interaktiven Elementen machte den besonderen Reiz der Veranstaltung aus.

